1990-1999 4G63 Motorüberholung für einen Turboumbau
von Jan Andel 18.06.2009
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[Diskussion] 1990-1999 4G63 Motorüberholung für einen Turboumbau
Diese Anleitung ist keine Umbauanleitung sondern zeigt nur die Reihenfolge der Arbeiten die erledigt werden müssen.
Für einen soliden standfesten Motor müssen ein paar Teile gegen stabielere ersetzt werden. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um einen 6-Bolt, 1G 7-Bolt oder 2G 7-Bolt handelt.
Die wichtigste Anleitung ist das Werkstatthandbuch "Mitsubishi Motoren" ohne diese ist es nicht möglich einen Motor richtig zu montieren. Für alle Teile gilt die orginale Einbauvorschrift außer es ist in der Anleitung eines Teils anders angegeben.
Folgende Teile werden empfohlen:
* JE Kolben (Je pistons)
* Eagle Pleul (Eagle rods)
* ACL Haupt- und Pleul-Lagerschalen (Acl rod and main bearings)
* Cometic Kopfdichtung (Cometic headgasket)
* ARP Zylinderkopfschrauben (Arp head studs)
* org. Mitsubishi Wasserpumpe (oem water pump)
* Ausgleichswellen Entfernungskit (balance shaft removal kit)
* Kolbenbodenkühlern (oil squirters)
* Motordichtungssatz (complete gasket set)
* Hydrospanner (hydraulik tensioner)
* Zahnriemen, Spannrolle und Ausgleichsrolle (timing belt,tensioner pully, idle pully)
* Turbo Ölwanne (turbo oil pan)
Motorbauerarbeiten:
* Zylinder aufbohren & hohnen
* Zylinderkopf planen
* Kurbelwelle, Schwungscheibe und Kupplung feinwuchten
Der Umbau:
Als erstes wird der Zylinderinnendurchmesser mit einem Messschieber vermessen. Mögliche Werte können dabei gemessen werden: 85,0mm 85,5mm oder 86,0mm.
Bei 85,0mm und 85,5mm kann man den Motorblock ein weiteres mal auffbohren lassen.
Für die genaue Kolbengröße lässt man sich ambesten vom örtlichen Motorbauer beraten.
Nun kann man die passenden Kolben bestellen. Der neue Kolben muss 0,5mm größer sein als der Zylinderdurchmesser des Blocks.
Für die passenden Lagerschalen muss die Kurbelwelle vom Motorbaueer vermessen werden. Auch hier gibt es das Standartmass, das erste und das zweite Übermass.
Sind alle Teile da, kann man den Block zusammen mit den Kolben zum Motorbauer bringen um die Zylinder passend aufbohren zulassen. Hierbei ist es wichtig das das richtige Kolbenspiel gemäß dem Kolbenhersteller eingehalten wird. Zu enges oder zu weites Spiel führt über kurz oder lang zu einem Motorschaden.
Die Kurbelwelle mit montierter Schwungscheibe und Kupplung wird zum feinwuchten ebenfalls zum Motorbauer gebracht.
Der Zylinderkopf sollte auf Planheit überprüft und ggf geplant werden, die wird auch vom Motorbauer durchgeführt.
Hat man alles wieder fertig bearbeitet zurück, geht der zusammenbau los. Hierfür empfielt sich ein sog. Motorhalter an dem der Block frei gedreht werden kann, damit man problemlos auch von unten arbeiten kann.
Als erstes wird die neue Kolbenbodenkühlung eingebaut, hierfür nimmt man die Anleitung aus dem Werkstatthandbuch.
Danach folgt dann der erste Teil des Ausgleichswellen Entfernungskit. Hierfür werden die alten Lagerschalen der vorderen Ausgleichswelle rausgedrück. Die hintere kann mit der umgedrehten alten Ausgleichswelle entfernt werden, für die vordere muss man ein passendes Werkzeug finden (Steckschlusseinsatz, Rohr o.ä.).Die neuen Lagerschalen werden gedreht eingeschlagen, damit die Ölbohrungen verschlossen werden, da hier keine Ausgleichswelle mehr eingebaut wird. Einge bebilderte Anleitung gibts es auf www.vfaq.com.
Die hinter Ausgleichswelle hat kein Lager das mit Öl durch den Block versorgt wird, deswegen kann diese dort bleiben wo sie ist.
Nun kann man die Kurbelwelle einsetzen, dazu werden als erstes die Hauptlagerschalen in den Block eingesetzt und mit Öl benetzt. Anschließend wird die Kurbelwelle vorsichtig auf gelegt. Die andere hälfte der Lagerschalen werden in die Lagerbrücke(n) eingesetzt und ebenfalls mit Öl benetzt. Beim aufsetzen der Lagerbrücke(n) muss die Richtung gemäß dem Werkstatthandbuch eingehalten werden. Nach dem die Lagerbrückenschrauben festgezogen sind (Anleitung siehe Werkstatthandbuch) kann der Motorblock wieder richtigrum gedreht werden.
Nun folgen die Kolben und Pleul. Zuerst muss man Kolben und Pleul verbinden. Bei Schmiedeteile wird dazu eine Schwimmendelösung benutzt. d.h. der Kolbenbolzen wird nicht verpresst wie orginal sondern schwimmt locker mit Öl im Pleul. Eine genaue Anleitung ist den Kolben beigelegt.
Das aufsetzen der Kolbenringe wird in der Anleitung zu den Kolbenringe genau beschrieben, hierbei muss auf die richtige ausrichtung geachtet werden.
Vor dem einsetzen in den Block muss man die halbe Pleullagerschale in das Pleul stecken und mit Öl benetzen.
Mit einem Kolbenringpressband werden die Ringe komprimiert und man kann den Kolben in den Block einsetzen. Die Pleullagerbrücken werden mit der zweiten hälfte der Lagerschale verschraubt.
Der zweite Teil der Ausgleichswellen findet an der Ölpumpe die auf der Rückseite des Steuergehäuses sitzt statt. Hierfür muss die Ölpumpe geöffnetwerden, damit man die hintere Ausgleichswelle gehen die "Stummel" aus dem Entfernungskit tauschen kann. Hierbei wird gleich der Simmering an der Ölpumpe gegen einen neuen aus dem Dichtungsset ersetzt und innen mit Öl benetzt.
Der Kurbelwellensimmering wird auch gegen einen neuen getauscht und die Öffnung der vorderen Ausgleichswelle wird durch den "Stopfen" aus dem Entfernungskit ersetzt.
Damit die Papierdichtung des Steuergehäuses auch 100%ig abdichtet, wird empfolen eine dünne Schicht Hylomar bei beides Seiten aufzutragen und ein paar Minuten ablüften zulassen. Ist das Steuergehäuse verschraubt kann, die Wasserpumpe, der Motorhalter, die Kurbelwellen-Zahnräder, Zahnriemenspannhebel, Kurbelwellensensor (2G), Ölfiltergehäuse und der Hydrospanner montiert werden (siehe Werkstatthanbuch).
Auf der gegebüberliegenden Seite des Block wird auch ein neuer Simmering verbaut.
Die Turboölwanne hat einen Anschluss für die Ölrücklaufleitung des Turboladers. Um die alte Saugerölwanne weiter benutzen zu können, müssen 3 Löcher gebohrt werden und 2 Muttern von innen angeschweißt werden. Die genaue Position kann man mit der passenden Dichtung aus dem Dichtungsset ermitteln.
Der Ölpumpensaugrüssel und ggf. Schwallbleche müssen vor der Ölwannenmontage angebracht sein. Die meisten Motordichtungssets haben eine extra Ölwannendichtung, obwohl Mitsubishi serienmäsig nur eine Dichtungsmasse verwendet. Zuätzlich zur Papier oder Korkdichtung schadet ein bischen Hylomar nicht.
Den Zylinderkopf setzt man mit der Cometic Metallkopfdichtung trocken (ohne Dichtmasse) auf den Block und zieht die ARP Schrauben gemäß Anleitung auf mehreren Schritten an. Dabei muss die Anzusreihenfolge aus dem Werkstatthandbuch eingehalten werden. Für ARP Schrauben muss immer das beigelegte Schmiermittel (ARP moly lube) auf das Gewinde aufgetragen werden, nur damit werden die korrekten Anzugsmomente erreicht.
Der Kopf wird nun mit neuen Hydros bestückt, die Rollenkipphebel werden aufgelegt und die Nockenwellen werden eingebaut. Die Nockenwellen Lagerbrücken sind nummeriert und müssen richtig eingebaut werden (siehe Werkstatthandbuch).
Danach kann man die neuen Nockensimmerringe einbauen und die Nockenwellenräder verschrauben.
Der Zahnriemen wird wie immer aufgelegt, mit dem Unterschied das der kleine Zahnriemen nicht mehr gebraucht wird, da es keine Ausgleichswellen mehr gibt. Für die fachgerechte montage siehe Werkstatthandbuch.
Nun muss nur noch der Ventildeckel mit passenden Dichtung verbaut werden und die Zahnriemenverkleidung angeschraubt werden.