26.06. - 28.06.2009 4. Weinlandtreffen in St. Nikolai

Von Dresden über Dresden in die Steiermark - das 4. internationale Weinlandtreffen

Der Mitsubishiclub Weinland hatte vom 26. - 28.06.2009 zu seinem 4. Treffen nach St. Nikolai im Sausal eingeladen. Da dies ein Treffen ist, das ich aufgrund seiner Organisation, des Umfeldes und des besonderen Flairs als einen der Höhepunkte der Treffen, zu denen ich fahre, ansehe, gab es auch dieses Jahr kein Zögern, diese Einladung anzunehmen.

Mehr als sonst erfolgte im Vorfeld diesesTreffens der Blick auf die Wettervorhersage. Neben Gebieten in der Tschechei waren und sind auch noch weite Gebiete Österreichs, so eben auch der Steiermark, seit Tagen von sintflutartigen Regenfällen und Hochwasser betroffen. Der Wettergott verhieß zwar kein sonnenlauniges Treffenwetter, jedoch auch nicht den ununterbrochenen Dauerregen.

Also ging es am Freitagmorgen gegen 08:00 Uhr in Dresden los und zunächst über Landstraßen in die Tschechei, wo der erheblich günstigere Spritpreis genutzt wurde, um vollzutanken. Die Differenz zum aktuellen Dresdner Preis betrug an diesem Tag immerhin rund 30 Cent/Liter.

Von dort aus führte der Weg auf die Autobahn D8, die die Verlängerung der A17 in der Tschechei darstellt und eines Tages tatsächlich einmal durchgehend nach Prag führen soll. Aufgrund einiger Probleme mit Umweltschützlern im Nachbarland fehlen jedoch seit 2006 noch die letzten 12 km Autobahnabschnitt zwischen der Kreisstadt Usti / n.L. und dem nächsten Anschluss in Lovosice. Zwischen beiden Städten muss derzeit also noch eine an der Elbe entlangführende Straße genutzt werden.

Na erst einmal egal, soweit kam ich ja nicht.
Die Stadt Usti / n.L. vor Augen entschloss sich bei 120 km/h mein linker Hinterreifen seinen Dienst in der dritten Saison zu quittieren, was er mir mittels Knall und Rauchfahne auch zur Kenntnis gab. Also Auto bis in eine Pannenbucht ausrollen lassen, Warndreieck und Warnweste "entjungfert" und den Automobilclub meines Vertrauens angerufen.

Dabei konnte ich feststellen, dass dort offenbar noch mit Software gearbeitet wird, die eine Aktualisierung mehr als nötig hätte. Nachdem ich der Mitarbeiterin am "Sorgen"-Telefon mehrfach versichert habe, dass es eine Autobahn A17 gibt, die im Dezember 2006 bis Usti / n.L. freigegeben wurde und auf der anderen Seite eben D8 heißt, antwortete sie mir, dass ich eigentlich am angegebenen Ort gar nicht stehen könnte, da die Autobahn ja noch im Bau befindlich sei. Aber irgendwann hatte sie auch kapiert, dass wohl ihre Technik nicht gerade tagaktuell war...

Lange Rede kurzer Sinn, nach etwa zwei Stunden kam ein Abschleppfahrzeug aus Dresden (etwa 60 km), lud mein Auto mit Hilfe mehrerer Holzplanken auf die Plattform und brachte es zurück nach Dresden. Während der Wartezeit, in der auch zwei tschechische Polizeifahrzeuge neben meinem ankerten, um sich zu erkundigen, was das erstens für ein Auto wäre und zweitens warum ich eigentlich in der Pannenbox so herumstehe (der Platten war aufgrund der ohnehin geringen Reifenhöhe tatsächlich nicht gleich erkennbar), hatte ich die Jungs von Car-Art gebeten, einen Ersatzreifen zu besorgen und den nach meinem Eintreffen in der Werkstatt aufzuziehen.

Problematisch war, dass ein Eagle F1 in der nötigen Dimension nicht von jetzt auf gleich aufzutreiben war. Also hatte Car-Art zunächst leihweise einen Yokohama zur Verfügung gestellt, damit ich überhaupt zum Treffen fahren konnte. Diesen auf die Felge gezogen, das Rad an die alte Position montiert und ab ging es... bis zur Grundstücksausfahrt der Werkstatt. Des Rätsels Lösung: der Yokohama hat eine andere Flankenform als der Eagle F1 und schliff im Radkasten.

Also Rückwärtsgang rein, vorsichtig zurück zur Halle, Auto auf die Bühne, auf der linken Seite Vorder- und Hinterrad umgesteckt und dann passte es.

Um 13:00 Uhr dann Neustart in Dresden, dieses Mal gleich in Dresden auf die A17, vorbei an der Pannenstelle, wo in der Pannebox noch die Holzplanken lagen, die der Abschlepper vergessen hatte wieder mitzunehmen, problemlos durch sintflutartige Regengebiete südlich von Wien, bei der sich die Nanoversiegelung der Frontscheibe wieder einmal hervorragend bewährte und dann nach 13 Stunden gegen 21:15 Uhr Ankunft am Treffengelände. Aufgrund der Uhrzeit und des anhaltenden Starkregens ersparte ich mir den Zeltaufbau und funktionierte mein Auto in den beiden Nächten zur "Schlafküche" um.

Nach mehreren Monaten ein freudiges Wiedersehen mit der Wiener "Gang", die kurz vor mir angekommen war und auch noch rechtzeitig da, um den Sing-Star-Wettbewerb im Festzelt mitzuerleben, den letztendlich die Shanghai-Knightz gewannen.

Der Abend ging dann noch sehr lange - oder besser gesagt, wir sind Samstagmorgen gegen 04:45 Uhr aus dem Zelt raus und zur Nachtruhe übergegangen.

Am Samstag wurden mehrere Programmpunkte angeboten, so z.B. einen Mitsu-Cup (Gaudi-Rallye), Gummikiller, Tombola, Jury-Fahrzeugbewertung, DB-Test und am frühen Abend eine sehr gute Vorführung der Feuerwehr von St. Nikolai, die einen simulierten Fahrzeugbrand bekämpften.

Dann ging es im Festzelt weiter, wo der Obmann des Clubs sich zunächst bei seinen treuen Mitgliedern, Helfern und Unterstützern bedankte, die in den 5 Jahren "Club Weinland" zur Stange gehalten haben. Der Dank ging nicht nur an Einzelpersonen, sondern auch an Vereine und Firmen der Umgebung, die in den zurückliegenden Jahren gleichfalls immer zur Verfügung standen, wenn sie gebraucht wurden.

Danach kam es zu amerikanischen Versteigerung von gesponsorten Artikeln und der Pokalvergabe, die durch einen Höhepunkt des Treffens unterbrochen wurde: ein wirklich herrliches minutenlanges Feuerwerk, was wohl auch einem Stadtfest zu Ehre gereicht hätte und auf die Begeisterung aller Anwesenden stieß. Dazu muss noch gesagt werden, dass die Feuerwerker nach stundenlanger Vorbereitung ab dem frühen Nachmittag unmittelbar vor dem Drücken auf die Startknöpfe schnell noch alles wasserdicht verpacken mussten, da wiederum sintflutartige Regenfälle einsetzten. Das Ergebnis der komplizierten Vorbereitungen konnten wir dann halt am Himmel bewundern... Leider sind meine Bilder davon nichts geworden.

Nach dem Feuerwerk ging es weiter mit der Preisverleihung und der Tombola. Der Hauptpreis - eine einstündige begleitete Fahrt in einem EVO - ging an das rote Los mit der Nummer 77... Und das hatte der Gauli in seinem Besitz... :-)
Also Glückwunsch nach Seibersdorf zu diesem Gewinn, der bei besserem Wetter eingelöst wird.

Die Nacht ging für mich dann nicht mehr so lange wie die vorherige, aber immer noch lange genug, um mitzubekommen, dass die fleißige Küchencrew sich noch bis früh um 02:00 Uhr an Grill und Pizzaofen um hungrige Mäuler kümmerte und nach der gegen 02:30 Uhr verkündeten Happy-Hour der Run auf die Bar startete, wo Wodka-RedBull für einen Euro über die Theke ging. Gegen 03:15 Uhr habe ich das Zelt verlassen, wobei dort immer noch kein Ende abzusehen war.

Nach dem Frühstück, inklusive einiger Kaffees, ging es am Sonntag gegen 11:00 Uhr zurück in Richtung Heimat, unterbrochen von einem eingeplanten Zwischenstopp in Wien.

Als ich wieder in Deutschland auf der A17 Dresden am Kilometer 28,5 gegen 21:00 Uhr schon fast in Sichtweite hatte, war es wieder da - der Knall, die Wolke und dieser hässliche Geruch nach verbranntem Gummi. Nur kam es dieses Mal von hinten rechts... :-(

Wieder gleiches Prozedere wie zwei Tage vorher: Auto ausrollen lassen, absichern, Automibilklub anrufen und auf den Schlepper warten, der nach dreißig Minuten eintraf, das Auto zur Werkstatt und mich im Anschluss nach Hause fuhr.

Egal, es war ein sehr schönes Treffen und Wiedertreffen, was für das kommende Jahr mit Sicherheit bei mir schon wieder vorgemerkt ist. Mein Dank gilt den Weinländern und ihren Unterstützern für ein Wochenende in bereits bekannter familiärer und dennoch auch Party-Stimmung.

Bilder findet ihr in unserer Galerie.